Hunde

Fütterung während der Läufigkeit

Alle paar Monate werden Hündinnen läufig

Wie kann ich meine Hündin in dieser Zeit unterstützen?

Alle sechs bis neun Monate fängt es bei unseren Hündinnen an: Sie werden läufig. Bei den einen merkt man gar nichts, bei den anderen kämpft man gegen Appetitlosigkeit, Niedergeschlagenheit und Übelkeit.

Was passiert während der Läufigkeit?

Bevor wir uns geeignetem Futter zuwenden, mit dem wir unsere Hündin in dieser Zeit unterstützen können, sehen wir uns kurz an, was bei der Läufigkeit im Hundekörper passiert.

Hündinnen werden in der Regel das erste Mal zwischen dem sechsten und dem zwölften Lebensmonat läufig. Aber auch wenn die Hündin erst mit 18 Monaten das erste Mal läufig wird, ist das noch kein Grund zur Sorge. Es gibt bei Hunden genau wie bei Menschen hier individuelle Unterschiede.

Meist bemerkt man vor der Läufigkeit, dass die Hündin häufiger uriniert und manchmal sogar anfängt das Beinchen zu heben. Auch kann die Veränderung, die im Körper vor sich geht, bei manchen Hündinnen zu leichtem Stress führen, der gelegentlich durch vermehrtes Aufreiten auf Kuscheltiere oder Kissen bewältigt wird.

Die Läufigkeit lässt sich in drei Phasen unterteilen: Vorbrunst, Brunst und Nachbrunst.

Die erste Phase, die Vorbrunst oder Proöstrus, ist die Phase in der die Hündinnen blutigen Ausfluss haben. Hier reagieren die meisten Hündinnen eher zickig und abwehrend auf Rüden. Diese Phase dauert im Durchschnitt zwischen drei und zehn Tage.

In der Brunst oder Östrus, der zweiten Phase, wird der Scheidenausfluss wässriger und es beginnt die sogenannte „Hitze“. Hier zeigt die Hündin in der Regel ein starkes Interesse an Rüden. Diese Phase dauert in der Regel zwischen vier und neun Tage.

In den ersten beiden Phasen verhalten sich die Hündinnen sehr unterschiedlich. Die Einen vergessen sämtliche Erziehung und laufen weg. Daher auch der Begriff Läufigkeit. Die anderen schlafen viel, werden anhänglich und verschmust. Es gibt aber auch Hündinnen die sehr unruhig werden, viel herumlaufen und ständig ihre Liegeplätze wechseln. Anderen Hündinnen wiederrum merkt man nichts weiter an.

In der letzten Phase, der sogenannten Nachbrunst oder Metöstrus, sieht man kaum noch Anzeichen der Läufigkeit. Allerdings passiert im Körper der Hündin einiges. Sie produziert eine große Menge des Hormons Progesteron, welches die Hündin für den Fall, dass sie gedeckt wurde, benötigt, damit der Embryo sich einnisten kann. Bei nicht gedeckten Hündinnen wird dieses Hormon ebenfalls produziert und kann dafür sorgen, dass die Hündin ca. 60 Tage nach der Läufigkeit scheinträchtig wird.

Ein Anzeichen für eine Scheinträchtigkeit kann das Horten von Kuscheltieren sein

Eine Scheinträchtigkeit kann man unter anderem daran erkennen, dass die Hündin beginnt Kuscheltiere oder Spielsachen zu bemuttern. Sie fängt unter Umständen auch an ein Nest für sie zu bauen und sie zu verteidigen. Neben dieser Verhaltensänderung schwillt das Gesäuge an. Außerdem sondern die Milchdrüsen ein Sekret ab.

Manche Hündinnen sind dabei ruhelos, während andere das Futter verweigern.

In der Zeit der Scheinträchtigkeit sollte der Bauch der Hündin nicht gekrault werden, denn das regt die Milchproduktion weiter an. Außerdem sollte verhindert werden, dass die Hündin am Gesäuge leckt. Hier können kühlende Quarkwickel helfen. Sie unterbinden den Milcheinschuss und lassen das Gesäuge wieder abschwellen.

Wie kann die Läufigkeit mit entsprechendem Futter unterstützt werden?

Prinzipiell benötigt die Hündin kein anderes Futter während der Läufigkeit. Wenn es der Hündin gut geht, kann einfach normal weiter gefüttert werden. Allerdings verändert sich der Körper der Hündin in dieser Zeit hormonell und man kann die Hündin etwas unterstützen, damit diese Zeit für sie angenehmer verläuft.

Dazu kann man z.B. getrocknete oder frische Himbeerblätter ab dem ersten Tag der Läufigkeit ins Futter mischen. Sie wirken blutreinigend und helfen den Blutverlust auszugleichen. Außerdem helfen sie dem Körper sich nach der Läufigkeit schneller zu regenerieren indem sie den Körper unterstützen den normalen hormonellen Zustand wieder herzustellen. Zusätzlich können sie eine Gebärmutterentzündung einige Wochen nach der Läufigkeit vorbeugen.

Es sollten, je nach Größe der Hündin, 0,5 bis 2 g täglich gefüttert werden. Die Himbeerblätter können auch als Tee gekocht und so dem Futter beigemengt werden.

Zur allgemeinen Unterstützung dient ein Tee aus Ringelblume, Pfefferminze und Kamille. Die Ringelblume unterstützt den Magen-Darm-Bereich. Sie hilft die Verdauung zu stärken und den Appetit anzuregen. Außerdem kann sie innere Unruhe ausgleichen. Auch die Pfefferminze hilft dem Magen-Darm-Trakt. Die Kamille sorgt nebenbei für einen ruhigen Schlaf und trägt zur Entspannung bei.

Der Tee sollte aus gleich großen Teilen der Kräuter bestehen. Dann einen Teelöffel der Mischung mit 250 ml Wasser kochen und für etwa sieben Minuten ziehen lassen. Große Hündinnen können eine Tasse täglich bekommen, kleinen Hündinnen genügt eine halbe Tasse. Der Tee kann unter das Futter gemischt werden.

Viele Hündinnen haben während der Läufigkeit nur wenig bis gar keinen Appetit und neigen zur Übelkeit. Die Übelkeit kann einmal die Hormonänderung als Ursache haben, oder dass die Hündin beim sich Schlecken Blut aufnimmt. Das vermehrte Blut kann zu einer Übersäuerung des Magens führen und damit zu Erbrechen.

Hat man eine Hündin die zu Übelkeit während der Läufigkeit neigt, macht es Sinn das Futter auf mehrere kleine Portionen am Tag zu verteilen. Dies ist besser verträglich und der Magen ist nicht zu lange leer.

Gegen die Übersäuerung des Magens hilft Heilerde und kann bei Erbrechen ins Futter gemischt werden. Heilerde gibt es in Pulver- oder in Kapselform. Bei kleinen Hunden gibt man entweder 0,5 bis 1 Teelöffel vom Pulver oder eine bis zwei Kapseln täglich. Bei größeren Hunden ca. 1 bis 1,5 Teelöffel vom Pulver oder zwei bis drei Kapseln und bei sehr großen Rassen sind es dann 1,5 bis 2 Teelöffel oder drei bis vier Kapseln täglich.

Ebenfalls gegen die Übersäuerung im Magen kann Naturjoghurt helfen. Er beruhigt die Magenschleimhaut. Zudem sind Milchprodukte schmackhaft und können auch appetitlose Hündinnen zum Fressen animieren. Auch gekochtes Fleisch regt den Appetit an, da es deutlich stärker riecht als rohes Fleisch.

Wenn die Hündin während der Läufigkeit nicht alles frisst und mäkelig ist, kann man sie auch mal nur das Fressen lassen, was sie möchte. Sie wird in dieser relativ kurzen Zeit nicht gleich Folgen einer Mangelernährung bekommen.

Fazit:

  • Die Läufigkeit der Hündin ist keine Krankheit sondern ein natürlicher Vorgang
  • Die Läufigkeit dauert in der Regel um die drei Wochen
  • Himbeerblätter im Futter können die Läufigkeit erleichtern
  • Naturjoghurt und Heilerde im Futter können Übelkeit lindern

Quellen:

Reinerth S.: Natural Dog Food Rohfütterung für Hunde Ein praktischer Leitfaden, 1. Auflage 2005

Messika B.R., Schäfer S.L.: B.A:R:F: Junior Artgerechte Rohernährung für Welpen und Junghunde, 5. Auflage 2014

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